Vermeidung von Treibhausgasen durch Regenwürmer?

Nachfolgend ein Projektbericht der gUG Umweltschutz und Lebenshilfe:

Ziele:
• Entsorgung von Tiermist und Verhinderung von Nitratanreicherungen im Grundwasser
• Verhinderung der Treibhausgasentwicklung (insbesondere Distickstoffmonoxid sowie Methan) durch schnelle Umwandlung von Tiermist (hauptsächlich Pferdemist) zu Wurmhumus
• Produktion eines natürlichen Düngemittels (Bodenverbesserer)

Motivation und Ausgangslage

Bereits seit Frühjahr 2015 werden von uns unterschiedliche Biomüll-Verwertungsstationen betrieben und kontinuierlich neue Techniken ausprobiert (siehe dazu auch: http://www.noz.de/lokales/melle/artikel/607005/westerhausener-stellt-begehrten-humus-her#gallery&0&0&607005 sowie https://schrotundkorn.de/ernaehrung/lesen/unter-dem-asphalt.html). Mittlerweile liegt der Fokus auf der Wiederverwertung und „Veredelung“ von Tiermist des von uns betriebenen kleinen Gnadenhofes Brödel Melle (http://gnadenhof-melle.de). Hierzu wird mittlerweile auf ca. 30 m² eine Wurmkompostieranlage betrieben.

Sinnvolle Wurmkompostierung

Die Thematik „Wurmzucht“ bzw. „Wurmkompostierung“ ist ein Bereich, welche auch im Jahre 2017 noch oftmals (zu Unrecht) belächelt wird. Dabei genießt dieser Sektor etwa seit den 70er Jahren insbesondere im Bio-/Öko-Landbau eine hohe Beachtung. In der Wissenschaft existieren mittlerweile Publikationen im vierstelligen Bereich zu diesem Thema. Schon Charles Darwin hob den expliziten Nutzen dieser Tiere für einen gesunden Boden hervor.

Abgesiebter Wurmhumus

Abgesiebter Wurmhumus


Bei Graff ist zu lesen:

„Es besteht kein Zweifel, dass man Regenwürmer in vielerlei Weise nutzbringend einsetzen oder verwerten kann und dass sie geeignet sind, nach den Bienen ein weiteres Nutztier unter den Wirbellosen zu werden.“

(Graff 2003, S.4)
Dennoch werden sog. „Vermikulturen“ trotz einer massiven Bodendegradation und hoher Treibhausgase in der Landwirtschaft noch nicht breitenwirksam eingesetzt.

Austritt von Treibhausgasen

Schädliche Treibhausgase entstehen bekanntermaßen durch unterschiedliche Wirtschaftszweige bzw. gesellschaftliche Verhaltensweisen. Ein nicht zu unterschätzender Sektor im Stadt- bzw. Gemeindegebiet von Melle ist der Sektor der Pferdehaltung. Gemäß Meller Kreisblatt vom 16.09.2016 befinden sich im Umkreis von Melle über 40 Reiterhöfe. Wissenschaftlich belegt ist, dass trotz partieller Verwendung in Biogasanlagen, die Entsorgung des anfallenden Pferdemistes oftmals ein Problem darstellt.
„Da die Pferde in der Regel auf spezialisierten Betrieben mit einer geringen Flächenausstattung gehalten werden, stellt die Verwertung des produzierten Mistes häufig ein erhebliches Problem dar. Aufgrund des hohen Anteils an Einstreu ist eine Ausbringung auf Grünland ohne ausreichende Rotte nicht möglich. Bedingt durch den geringen Düngewert des Pferdemistes ist die Verwertung im Pflanzenbau schwierig. Daher ist in vielen pferdehaltenden Betrieben inzwischen ein Verwertungsproblem mit zum Teil erheblichen Entsorgungskosten entstanden. Eine energetische Verwertung des Pferdemistes konnte sich trotz des kontinuierlichen Anfalls, der guten Verfügbarkeit und geringer Kosten bis heute nicht etablieren“ (Mönch-Tegeder 2014, S.2).
Durch eine unsachgemäße Verwertung bzw. Lagerung von Pferdemist (und Tiermist im Allgemeinen) kann es zu einer Überdüngung des Bodens und einer Verunreinigung des Trinkwassers durch Nitrate kommen. Das Trinkwasser in einigen Teilen Melle ist nicht zuletzt durch eine intensive Landwirtschaft beeinträchtigt (siehe Weblink http://www.noz.de/lokales/melle/artikel/722850/hohe-nitratwerte-bis-in-100-meter-tiefe-in-melle). Dieses ist kein typisches „Melleraner Problem“ sondern ist als eine bundesweite Herausforderung landwirtschaftlich geprägter Regionen anzusehen.

Nicht nur die Einsickerung landwirtschaftlicher Reststoffe (Gülle in den Boden) sondern insbesondere der Austritt klimaschädlicher Treibhausgase (Ausgasung von Tiermist) ist hochproblematisch. Zu nennen sind hier insbesondere Distickstoffmonoxid und Methan (vgl. Mönch-Tegeder et al. 2013). Dieser Herausforderung wird teilweise dadurch entgegen getreten, dass Pferdemist in Biogasanlagen anaerob verwertet wird. Aufgrund seiner schlechten diesbezüglichen Nutzbarkeit stellt Pferdemist jedoch nur einen geringen Anteil der dort verwerteten Feststoffe dar (vgl. Mönch-Tegeder 2014). Eine nicht zu vernachlässigende Menge wird daher zunächst in klassischer Form „abgelagert“ und verursacht während des aeroben Verrottungsprozess hohe Mengen der genannten Treibhausgase. Landwirtschaftliche „Nebenprodukte“ machen aktuell etwa 12,5 % der Gesamtheit der Treibhausgas-Emissionen aus. Dabei ist zu betonen: In Tiermist vorkommendes Methan (CH4) trägt aufgrund seiner hohen Wirkung (25-mal so wirksam wie CO2) (Solomon et al. 2007) mit rund 20 % zum anthropogenen Treibhauseffekt bei.
Distickstoffmonoxid (Lachgas) (N2O) ist ein mit Tiermist direkt in Verbindung stehendes Treibhausgas, dessen Treibhauswirksamkeit etwa 298-mal so groß ist wie die von CO2 (Solomon et al. 2007). Im Kyoto-Protokoll wurde 1997 beschlossen, dass insbesondere die Produktion von Methan und Distickstoffmonoxid zu reduzieren ist.
Auch Ammoniak ist als „Problemgas“ zu nennen, welches aus Düngestoffen entweicht.

Gigantische Mengen Tiermist

Gemäß Deutscher Reiterlicher Vereinigung (2016) werden in Deutschland aktuell etwa 1,1 Millionen Pferde und Ponys gehalten. Die Pferdepopulation hat sich in Deutschland in den vergangenen 40 Jahren etwa vervierfacht. Nach Häußermann et al. (2002) ist pro Pferd mit einer Mistmenge zwischen 17 und 21 Tonnen zu rechnen. Dieses bedeutet, dass in Deutschland etwa 20.900.000 Tonnen Pferdemist pro Jahr anfallen.
Das Umweltbundesamt (2017) schreibt: „Die Landwirtschaft in Deutschland trägt maßgeblich zur Emission klimaschädlicher Gase bei. Dafür verantwortlich sind vor allem Methan-Emissionen aus der Tierhaltung, das Ausbringen von Wirtschaftsdünger (Gülle, Festmist) sowie Lachgas-Emissionen aus landwirtschaftlich genutzten Böden als Folge der Stickstoffdüngung (mineralisch und organisch).“
Der Einsatz von Pferdemist als Dünger ist differenziert zu betrachten. Wird dieser gemeinsam mit einer Einstreu (Stroh, Sägespäne) für eine Düngung genutzt, so ist der Nutzen aufgrund des schlechten C/N-Verhältnisses (Gewichtsanteile von Kohlenstoff (C) und Stickstoff (N)) nicht besonders hoch. Wird dagegen „alleiniger“ Pferdemist eingesetzt, so können gute Ergebnisse erzielt werden. Dieses trifft jedoch nur dann zu, wenn dieser hinreichend abgelagert wurde (und in eben dieser Zeit Treibhausgase ausstößt). Ansonsten können Pflanzenwurzeln irreversibel geschädigt werden.
Wissenschaftlich nachgewiesen ist, dass der Großteil des Distickstoffmonoxids (etwa 95%) bei Pferdemist erst nach einer längeren Lagerungszeit entweicht (vgl. dazu He et al. 2001). Romano et al. (2006) weisen auf einen unkontrollierten Austritt von Methan während der Lagerung hin.
Unsere Thesen:

a) Eine schnelle Zersetzung und Verarbeitung von Tiermist (insbesondere Pferdemist) durch Regenwürmer reduziert den Ausstoß klimaschädlicher Treibhausgase und reduziert zudem die Gefahr einer Nitratanreicherung im Grundwasser.
b) Durch eine Verarbeitung von Tiermist durch Regenwürmer lässt sich auf natürliche Art, mit geringen Kosten, ein hervorragender natürlicher Dünger/Bodenverbesserer produzieren (Wurmhumus).

Die Produktion eines Alternativdüngers ist schon deswegen wichtig, weil viele herkömmliche Dünger leicht löslichen Stickstoff oder Phosphate enthalten, welche in das Grundwasser einsickern oder einen Boden „überfüttern“ können. Dieses kann den natürlichen Bodenhaushalt nachhaltig schädigen. Bedenklich sind zudem Torfdünger, da diese nachhaltige Biotope durch den Abbau des Torfes irreversibel zerstören.

Projektaufbau

Der Gnadenhof „Brödel“ in Melle besteht aktuell aus drei gepachteten Flächen mit insgesamt 11.000 m². Hier tummeln sich Ponys, Schafe und Ziegen (und zu Ende 2017 noch diverse Kleintiere wie Hühner, Enten, Kaninchen, Meerschweinchen etc.). Der anfallende Tiermist wird mehrfach innerhalb der Woche zwecks Weidehygiene und Krankheitsvermeidung abgetragen und beträgt pro Monat einen Umfang von etwa 500 Litern Feststoffe. Zwar ist dieses im Vergleich zu klassischen Pferdehöfen marginal, dennoch ist es wichtig das Problem schon „im Kleinen“ anzugehen, um es „ins Große“ transformieren zu können.
Um diesen Tiermist schnell umwandeln zu können haben sich zwei unterschiedliche Mistwurmarten etabliert: Eisenia foetida sowie Eisenia hortensis (auch als Dendrobena Veneta bekannt)
Diese zeichnen sich durch folgende Eigenschaften aus:
• Hohe Fortpflanzungsrate
• Schnelles Wachstum
• Hohe Boden- und Temperaturtoleranz
• Hohe Futterverwertung und damit hohe Humusproduktion

Damit die Wurmarten nicht aufgrund des hohen Ammoniakgehaltes unweigerlich sterben wird der Tiermist (insbesondere der Pferdemist) zunächst etwa 2-3 Wochen abgelagert. Anschließend wird dieser (teilweise zusammen mit Stroh oder Heuresten) auf die Wurmfarm gebracht.
Ein Film zu unserer Wurmfarm findet sich auf
https://www.youtube.com/watch?v=ZDlJDwzpY6Q

Wurmhumus

Die Wurmfarm ist mittlerweile etwa 30 m² groß. Auf einer Höhe von etwa 45 cm werden hier tierische Abfallprodukte, Pflanzenverschnitt, Gemüsereste und auch Zellstoffe ohne Farbaufdrucke (z.B. Pappe) verarbeitet. Zu dem „Reststoffgemisch“ wird zudem ein Anteil Erde hinzugegeben (etwa 40 % der Gesamtmenge). Zum Boden ist die Wurmfarm mit dicken Plastikplanen abgesichert, damit kein Wasser versickert. Für die Tiermistverarbeitung wurden zunächst (März 2017) etwa 10.000 Mistwürmer gekauft (monetärer Wert etwa bei 300 Euro). Zum jetzigen Stand (September 2017) liegt die Anzahl bei (geschätzt) etwa 75.000 Würmern. Diese fressen und verarbeiten den Tiermist, wobei eine Fülle von Klein- und Kleinstorganismen bei der Umarbeitung helfen. Die Verarbeitung funktioniert (je nach Anzahl der Würmer) relativ schnell. Eine „gut geführte“ Wurmfarm ist in der Lage, pro m² bis zu etwa 7000 Würmer „zu beherbergen“. Da unser Projekt noch (!) relativ wenige Verwerter integriert (im Frühjahr 2018 aber dürften es ca. 200.000 Würmer sein) wird der Tiermist aktuell innerhalb von 2-3 Monaten umgewandelt. Es entsteht feinkörniger Wurmhumus, welcher dann von uns manuell abgesiebt wird.

Informationen über Wurmhumus

Mit unterschiedlichen Mistformen sowie Kresse haben wir den klassischen „Kressetest“ durchgeführt.

Kressetest (nach 7 Tagen)

Kressetest (nach 7 Tagen)


Legende:
A= Schafs- und Ziegenmist (1 Monat abgelagert) [keine Wurmverarbeitung]
B= Schafs- und Ziegenmist (3 Monate abgelagert) [keine Wurmverarbeitung]
C= „Normale“ Erde [keine Wurmverarbeitung]
D= Frischer Pferdemist [keine Wurmverarbeitung]
E= Pferdemist (2 Monate abgelagert) [keine Wurmverarbeitung]
F= Pferdemist (6 Monate abgelagert) [keine Wurmverarbeitung]
G = Wurmhumus

Für den Kressetest wurden alle Proben mit der gleichen Menge Wasser befeuchtet. Auch die Anzahl der Kressesamen ist identisch.
Das Ergebnis zeigt, dass Schafs- und Ziegenmist eine geringe Wachstumsförderung bei Kresse bewirkt. Auch „normale Erde“ (nicht durch Düngestoffe angereichert (C)) weist ein unterdurchschnittliches Kresse-Wachstum im Gesamtvergleich auf. Deutlich höher ist dieses bei frischem Pferdemist (D), welcher jedoch aufgrund eines hohen Ammoniakgehaltes in dieser Form nicht für eine Düngung geeignet ist. Etwas geringer ist das Kressewachstum bei 2 Monate abgelagertem Pferdemist (E). Probe F (6 Monate abgelagerter Pferdemist) weist genaue wie D ein sehr üppiges Wachstum auf. Der schnellste Wuchs jedoch ist bei Probe G (Wurmhumus) zu verzeichnen (etwa 1 Zentimeter höher als Schaf-/Ziegenmist).
Auch nach 9 Tagen sind diese Wachstumsunterschiede gut zu erkennen.

Kressetest (nach 9 Tagen)

Kressetest (nach 9 Tagen)

In einem weiteren Versuch wurden 1000 Liter Pferdemist in einem IBC Regenwassertank gelagert (nach oben offen, damit es hineinregnen kann). Nach 4 Monaten hatte sich die Höhe des Mistes durch eine Verrottung um etwa 25% reduziert.
Die gleiche Menge Pferdemist wurde in einem zweiten Regenwassertank gelagert, wobei hier 5000 Mistwürmer und etwa 200 Liter Erde hinzugefügt werden. Trotz des insgesamt höheren Volumens reduzierte sich hier die Stoffhöhe um nahezu 50 %.

Fazit und Ausblick

Feststellung 1: Auf einfache Art und Weise kann aus anfallenden Tiermistsorten mit geringem monetären und zeitlichem Aufwand ein hervorragender Bodenverbesserer geschaffen werden, welcher zudem durch seine Ton-Humus-Kolloide die Auswirkungen von Starkregen reduziert.

Feststellung 2: Das Volumen des Tiermistes reduziert sich signifikant durch den Einsatz von Mistwürmern (im Vergleich zum „Nicht-Einsatz“). Die „Verarbeitung“ findet somit deutlich schneller statt. Es ist zu vermuten, dass ein geringeres Volumen auch gleichbedeutend mit einer geringeren Emission von Treibhausgasen ist. Somit: Vermeidung von Treibhausgasen durch Regenwürmer.

Um dieses wissenschaftlich belegen zu können soll im Jahre 2018 versucht werden, empirische Feldversuche mit der Universität Osnabrück durchzuführen. Das Ziel ist es, genau quantifizieren zu können, wie hoch die Emissionen (z.B. Methan, Distickstoffmonoxid) bei Pferdemist nach unterschiedlichen Zeiträumen mit bzw. ohne Wurmverarbeitung sind.

Unser Ziel ist es zudem, noch deutlich mehr Menschen davon zu überzeugen, dass eine sinnvolle Tiermistverwertung bei sehr geringen Investitionskosten stattfinden kann. Dazu nutzen wir beispielsweise verschiedene Webseiten oder aber veröffentlichen von Zeit zu Zeit Artikel in der Presse. Im Frühjahr 2018 werden wir versuchen, den Wurmhumus günstig zu verkaufen. Dieses soll nicht nur Einnahmen (insbesondere für den Gnadenhof) generieren sondern auch demonstrieren, wie einfach es ist, natürlichen Dünger zu produzieren.

Literatur

Arancon N.Q.; Edwards, C.A. (2005): „Effects of vermicomposts on plant growth“.Paper presented during the International Symposium Workshop on VermiTechnologies for Developing Countries (ISWVT 2005), Los Banos, Philippines November 16-18, 2005

Badauria T.; Saxena K. G. (2010): Role of Earthworms in Soil Fertility Maintenance through the Production of Biogenic Structures. In: Applied and Environmental Soil Science. S. 1-8

Bruksch, L.; Rimpau, J. (2013): Kompost aus der Kiste. Wurmkisten für den Hausgebrauch selber bauen. Stuttgart.

Buch, W. (1986): Der Regenwurm im Garten. Stuttgart

Deutsche Reiterliche Vereinigung (2016): FN aktuell. Offizielle Pressemitteilung der Deutschen Reiterlichen Vereinigung e.V., Mai 2016
Dunger, W. (1964): Tiere im Boden. Wittenberg

Graff; W. (2003): „Regenwürmer“, in: Ökoportrait 35, NVN/BSH, Beilage zu Natur und Kosmos. München. S.1-4

He, Y.; Yuhei, I.; Mizuochi, M.; Kong, H.; Iwami, N.; Sun, T. (2013): “Nitrous Oxide Emissions from Aerated Composting of Organic Waste”Environ. Sci. Technol., 2001, 35 (11), pp 2347–2351

Häußermann, A., Beck, J.; Jungbluth, T. (2002): Litter materials in horse husbandry. Landtechnik 57(1): 50-51

Mönch-Tegeder, M.; Lemmer, A.; Oechsner, H.; Jungbluth, T. (2013):
“Investigation of the methane potential of horse manure“. Agric Eng Int: CIGR Journal, Vol. 15, No.2, 161

Mönch-Tegeder, M. (2014): Untersuchungen zur Verwertbarkeit von Pferdemist im Biogasprozess. Dissertation zur Erlangung des Grades eines Doktors der Agrarwissenschaften (Dr. sc. agr.) vorgelegt der Fakultät Agrarwissenschaften, Universität Hohenheim

Orozco, S.H.; Cegarra, J.; Trujillo, L.M.; Roig, A. (1996) Vermicomposting of coffee pulp using the earthwormEisenia fetida: effects on C and N contents and the availability of nutrients. Biology and Fertility of Soils. 22: 162-166.

Romano, P. V.; Krogmann U.; Westendorf, M. L.; Strom, P.F. (2006). Small-scale composting of horse manure mixed with wood shavings. Compost Science and Utilization, 14(2): 132- 141

Solomon, S.; Qin, D.; Manning, M.; Chen, Z.; Marquis, M.; Averyt, K. B.; Tignor, M.; Miller, H. L. (Hrsg.) (2007): Climate Change 2007: The Physical Science Basis. Contribution of Working Group I to the Fourth Assessment Report of the Intergovernmental Panel on Climate Change., Table 2.14.

Umweltbundesamt 2017:
http://www.umweltbundesamt.de/daten/land-forstwirtschaft/landwirtschaft/beitrag-der-landwirtschaft-zu-den-treibhausgas#textpart-1

Wurmfarm im Außengelände

Wurmfarm

Wurmfarm im Außengelände
Eine Wurmfarm im Außengelände ist naturgemäß deutlich aufwendiger als eine Wurmkiste oder ein Kunststoff-Wurmkompostierer. Unabhängig von Breite und Länge ist zunächst einmal die Tiefe im Boden wichtig. Zu empfehlen ist es eine Ausschachtung von etwa 60cm, sodass sich die Wümer bei zu hohen/tiefen Temperaturen in den Schutz des Bodens zurückziehen können. Wichtig ist es, dass die Farm von unten mit einem Draht gegen Wühlmäude und Maulwürfe gesichert wird, ansonsten reduziert sich der Bestand der Würmer sehr schnell.
Eine Möglichkeit ist auch, ein Bodenvlies auf den Draht zu legen (am Besten in Doppelschicht), da dann keine Würmer „nach unten“ entfliehen können. Das Vlies läßt Wasser durchsickern und ermöglicht einen Sauerstoffaustausch. Solltest Du auf diese Art und Weise vorgehen, so musst Du Dir aber absolut sicher sein, dass die Lebensbedingungen der Würmer angemessen sind, da eine Flucht ja nicht meehr möglich ist. Grundsätzlich ist ein Vlies nicht unbedingt nötig; der Erstellter dieser Seite empfiehlt darauf zu verzichten.

An den Seiten kannst Du dann Holzwände in die Ausschachtung einlassen. Das Innere dieser großen „Holzkiste mit Draht“ wird dann bis zu einer Höhe von ca. 30 cm (60 cm im Winter) mit Erde gefüllt. Gut ist es, wenn auch in diese Erde schon Biomüll/Wurmfutter eingearbeitet wird. In die Erde solltest Du auch kohlenstoffhaltiges Material (z.B. Pappe, Papier (ohne Farbaufdruck), Stroh oder kleine Äste) einbringen. Dieses fördert die Humusproduktion und ist zudem wichtig, damit genügend „Freiräume“ im Boden bestehen, welche eine Sauerstoffzufuhr begünstigen. Anschließend dann sollte der Boden der Wurmfarm mit Biofutter bedeckt werden (auch hier gilt: Niemals den gesamten Boden bedecken sondern immer nur einen Teil, damit die Würmer bei „schlechtem“ Futter fliehen können). Die Wände an den Seiten der Farm sollten mindestens einen halben Meter hoch sein, damit keine unliebsamen Fresser (z.B. Ratten) eindringen können. Oder aber, wenn die Wänder nicht so hoch sind, dann sicherst Du die Farm von oben so ab, dass die Nager nicht in die Farm eindringen können. Eine Absicherung mit Draht sollte sowieso auch gegen Vögel stattfinden.

Wichtig ist es, den Boden immer wieder zu wässern; ist dieser nicht feucht genug, so kann dieses zum Tode der Würmer führen. Auf einem m²-Wurmfarm im Außengelände können ohne größe Schwierigkeiten etwa 1000 Würmer gehalten werden. Kloppert (2013) geht davon aus, dass sogar Populationen bis zu 12.000 Exemplaren möglich sind.

Literatur:

Kloppert, S. (2013): „How to start a profitable worm business on a shoestring budget“. Create Space Verlag

Wurmkiste

Unter einer Wurmkiste wird hier eine halboffene Kiste verstanden, in welcher Würmer gezüchtet werden und Wurmhumus produziert wird.

Eine solche Kiste besteht aus Holz oder aber aus lichtundurchlässigem Kunststoff. Grundsätzlich ist zu beachten: Die züchtbaren Mistwürmer „Eisenia foetida“ und „Dendrobena Veneta“ sind echte „Kletterweltmeister“. In der Nacht, wenn sie nicht mehr von dem für sie unangenehmen Licht flüchten müssen, werden sie aktiv und schaffen es ohne weiteres auch glatte Oberflächen hochzuklettern. Gleichzeitig ist es aber wichtig, dass die Kisten genug Sauerstoff bekommen. Es empfiehlt sich, Kisten mit Löchern an den Seiten zu nutzen und dort eine Art Fliegengitter anzubringen. Denkbar ist es auch, über 90% der Kiste einen Deckel anzubringen, somit ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass die Würmer auch in der Kiste bleiben. Für eine Zucht im Innenbereich des Hauses sind die Kisten insbesondere dann geeignet, wenn ein abgeschotteter Bereich (z.B. Keller) vorhanden ist. Der Geruch einer Wurmkiste kann bei ungenügender Pflege oder Überwässerung/Überfütterung leicht als störend empfunden werden.

Die Kiste sollte etwa eine Breite von ca. 40 cm haben sowie eine Tiefe von etwa 30 cm. Die Höhe sollte etwa 20-25 cm aufweisen.
Günstig ist es, wenn die Kiste unten löcher aufweist, damit Wasser abtropfen kann. dieses ist aber nicht zwingend nötig, wenn aufgepasst wird, dass keine Überwässerung stattfindet.
Innerhalb der Kiste sollte sich etwa 10 cm Erde befinden, welche immer feucht (aber nicht zu nass) zu halten ist. In einer solchen Kiste kann Du ohne weiteres bis 500 Würmer halten. In verschiedenen Quellen wird davon gesprochen, dass hier bis zu 1000 Würmer hineinpassen, zu bedenken ist jedoch immer auch, dass eine Überbevölkerung „Stress“ auslösen kann (was anschließend das Fluchtverhalten fördert (vgl. Kloppert 2013)). In die Erde solltest Du auch kohlenstoffhaltiges Material (z.B. Pappe, Papier (ohne Farbaufdruck), Stroh oder kleine Äste) einbringen. Dieses fördert die Humusproduktion und ist zudem wichtig, damit genügend „Freiräume“ im Boden bestehen, welche eine Sauerstoffzufuhr begünstigen. Oberhalb der Erde füllst Du dann immer wieder von Neuem das Futter ein. Wichtig ist hierbei, dass nicht die gesamte Kiste mit dem Bioabfall bedeckt wird sondern nur in etwa die Hälfte. So haben die Würmer immer eine Möglichkeit auszuweichen, sofern einmal schädliche Futterstoffe eingeführt werden.

Du kannst davon ausgehen, dass nach etwa zwei Monaten (bei günstigen Lebensbedinungen) der Inhalt der Kiste komplett aus Wurmhumus (sowie seinen lebenden Bewohnern) besteht. Innerhalb dieses Wurmhumus wirst Du zudem zahlreiche Wurmkokons finden…

Literatur:

Kloppert, S. (2013): „How to start a profitable worm business on a shoestring budget“. Create Space Verlag

Wurmkomposter

Wurmkomposter

Unter „Wurmkompostern“ werden an dieser Stelle geschlossene Komposter aus Kunststoff verstanden. Die Systeme sind pflegeleicht und sehr hygienisch, sodass sie auch ohne Schwierigkeiten in einer Küche platziert werden können.
Bildquelle: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Wurmkomposter.jpg
In der Regel sind diese Systeme mehrschichtig mit mehreren Zonen ausgestattet: Eine Futterzone, eine Lebenszone und eine Wasserzone. Ggf. existiert auch noch eine Zone für die Ernte des Wurmhumus. Die Zonen sind häufig durch Gitter oder Siebe getrennt.
Der Wurmkomposter ist in der Regel auch so dicht gehalten, dass zwar Sauerstoff einströmt, er jedoch gegen Fliegen abgedichtet ist. Durch die ständige Bewegung der eingesetzten Würmer findet sich ein aerobes Klima vor, sodass es nicht zu unangenehmen Gerüchen kommt (wichtig ist allerdings, dass Du nicht mehr verfütterst, als die Würmer fressen, ansonsten kann es zu Fäulnisbildung kommen). Der Geruch eines solchen Kompostierers gleicht dem dezenten Geruch eines Waldbodens.
Ein Wurmkomposter funktioniert nach dem Kreislaufprinzip:

In der obersten Schicht befindet sich der Biomüll, also z.B. Bananenschalen oder Brotreste. Hier erfährst Du, was Du an Würmer verfüttern kannst. Zudem wird hier auch Erde eingefüllt. Die Würmer kommen zum Fressen aus der Lebenszone in die Futterzone und verarbeiten den Biomüll zu Wurmhumus. Hilfreich ist es, die oberste Schicht z.B. mit einer Kokosfasermatte oder mit etwas Pappe abzudecken.
In der Lebenszone halten sich viele Würmer auf. Auch in dieser wird Wurmhumus produziert; es befindet sich auch in dieser Zone etwas Biomüll, gemischt mit Erde. Zudem ist dieses die Zone, in welcher die Würmer die meisten Regenwurmkokons ablegen.

Sofern eine dritte Schicht, zum Ernten des Wurmhumus vorliegt, so ist diese oberhalb der Wasserschicht angelegt. Wenn diese Schicht nur noch aus Wurmexkrementen besteht, der Biomüll hier also vollständig verwertet wurde, so begeben sich die Würmer in die obere Schicht (Lebenszone). Der Wurmhumus kann nun geerntet werden. Die Schichten werden nun umplatziert. Die vormalige Kammer für den Wurmhumus wird nun zur Futterzone, die Futterzone rutscht eine Stufe nach unten und wird zur Lebenszone und die vormalige Lebenszone wird zur kommenden Wurmhumus-Ernte-Schicht.

In der untersten Schicht sammelt sich das Sickerwasser. Es ist wichtig, dass die oberen Schichten des Wurmkomposters immer wieder angefeuchtet werden.
Das Wasser sickert, angereichert mit Mineralien nach unten. Oftmals befindet an der Wasserzone ein kleiner Wasserhahn, mittels welchem der „Wurmtee“ abgelassen werden kann. Wurmtee ist äußerst ergiebiger Füssigdünger.

Fragen zur Wurmzucht

Häufige Fragen zur Wurmzucht und Bodenverbesserung durch Wurmhumus

Was fressen die Würmer denn so?


Als besonders gutes Wurmfutter eignen sich:

  • Teebeutel
  • Kaffeeprütt
  • Bananenschalen, gemalene Eierschalen
  • Paprika (nicht zu scharf), Erdbeeren, Erdbeerverschnitt
  • Brotreste
  • Ab und zu etwas Kalk (durch die Verrottung des Materials wird der Boden ansonsten sauer), ggf. etwas Mineraldünger
  • Kohlenstoffhaltiges Material (Zeitungspapier (ohne Farbstoffe), Pappe, Klorollen)
  • Pferde-, Kuh- , Schaf-, Ziegen- oder Kaninchenmist

Absolut tabu sind:

  • Säurehaltiges Futter wie Zitrusfrüchte
  • Knoblauch
  • Scharfe und stark gesalzene Essensreste
  • Geflügelmist (zu sauer)

Du wirst unter Umständen feststellen, dass Deine Würmer deutlich mehr fressen, als Du an Biomüll produzierst. Frage Freunde oder Bekannte oder ein Restaurant in Deiner Nähe. Auch andere freuen sich, wenn sie mit ihrem Biomüll „Gutes tun“ können.

Wie kann ich mit Wurmhumus meinen Boden verbessern?

Wenn der fertige Humus geernte wurde, dann streust Du ihn in einigen Zentimeter-Dicke auf den aufzuwertenden Bodens ein. Du solltest darauf achten, dass der Anteil des Wurmhumus am Gesamtboden in der relevanten Bodenschicht bei 10 – 20 % (keinesfalls höher) liegt.

Filme

Wurmfarm im Außengelände zur Humusproduktion

Wurmfarm im Außengelände

Wurmkiste zur Humusproduktion

Wurmkiste

Automatisierte Ernte von Wurmhumus

Wurmkiste

Funktion und Nutzen einer Wurmkiste/-komposter bzw. Wurmfarm:

Wurmkiste und Wurmhumus

Ehrenamtlich erstellt von: Ingo Wilkenshoff und http://losangeles-media.com

Ist eine Wurmzucht teuer?

Im Prinzip nicht, allerdings kommt es drauf an, was Du vorhast…
Prinzipiell kannst Du Würmer natürlich immer auch selber sammeln (z.B. innerhalb eines Misthaufens oder aber während eines Regens die Seite eines Pappkartons auf den Boden legen, Du wirst überrascht sein, was sich mit der Zeit darunter so alles ansammelt…).
Aufgrund der Planbarkeit empfehle ich jedoch einen Kauf.

  • Ein Kilo ausgewachsene „Dendrobena Veneta (ca. 600-650 Stück) kosten in der Regel 30-35 Euro (reicht in etwa für einen Wurmkomposter oder zwei Wurmkisten)
  • 1000 Stück „Eisenia foetida“ liegen in etwa bei 25 Euro (reicht in etwa für einen Wurmkomposter oder zwei Wurmkisten)
  • 1000 Regenwurmkokons kosten etwa 15 Euo
  • Eine Kunststoff-Kiste (Wurmkiste) liegt in den Maßen 40 cm * 30 cm * 25 cm Höhe bei etwa 5-6 Euro
  • Extra angefertigte Wurmkomposter für den Innenbereich liegen etwa zwischen 70 – 180 Euro
  • Für das Anlegen einer Wurmfarm (Außenbereich) wie hier beschrieben fallen bei einer Länge von 6 * 2 Metern etwa 300 Euro Materialkosten an (Draht, Holz, Schrauben). Zu empfehlen ist zusätzlich eine Investition von 35 Euro Würmer für 2 m² (oder 1000 Kokons) [und dann auf die Fortpflanzung warten]

Brauche ich viel Platz?

Nein. Du benötigst nicht mal einen Garten. Auf dieser Seite finden sich Informationen über eine hygienische Wurmzucht in den eigenen vier Wänden.
Prinzipiell kann Dir ein Garten natürlich die Möglichkeit geben, eine „Wurmzucht im Freigehege“ zu betreiben. Ein Schuppen oder eine Garage stellen eine gute Basis dar, um z.B. verschiedene Wurmkisten zu platzieren.

Wieviel fressen denn Würmer am Tag und wie lange dauert es, bis Wurmhumus entsteht?

Der Mist- oder Kompostwurm (Eisenia foetida), sein enger Verwandter Eisenia andrei bzw. der Riesenrotwurm (auch „European Nightcrawler“ genannt) (Eisenia hortensis oder auch als Dendrobena Veneta bekannt) können unter günstigen Lebensbedingungen pro Tag etwa die Menge ihres Körpergewichtes zu Wurmhumus umwandeln. (also bis zu etwa einem Gramm). Da die Würmer in der Regel natürlich eine unterschiedliche Größe und Gewicht aufweisen solltest Du von folgender Faustregel ausgehen: 500 Gramm Würmer (etwa 1000 Stück „Eisenia foetida“) fressen ca. 100 g Abfall pro Tag, das entspricht (grob geschätzt) etwa 90 Gramm Wurmhumus/Tag. Anders formuliert: 1000 Würmer sind in der Lage im Jahr etwa 30 Kilogramm Wurmhumus zu produzieren.

Wie schnell vermehren sich die Zucht-Würmer?

Würmer passen sich in ihrer Population dem Futterangebot an. Wenn Du „zu wenig“ fütterst, dann sinkt die Population mit der Zeit, eine Vermehrung ist erst bei einem größeren Futter-Angebot zu erwarten.
Würmer legen kleine zitronenförmige Kokons ab (durchschnittlich etwa zwei bis drei im Monat). In der Regel ist ca. mit 3 überlebenden Würmern pro Kokon zu rechnen, welche nach etwa 4 Wochen schlüpfen. Ein geschlüpfter Wurm benötigt etwa 2,5 Monate bis er ausgewachsen ist. Unter günstigen Bedingungen verdoppelt sich die Wurmpopulation etwa alle 2-3 Monate (Kloppert 2013).

Wie sehen günstige Lebensbedingungen für Würmer aus?

Die Temperatur sollte zwischen 15 und 25° aufweisen. Dauerhafte Temperaturen unter 0° C führen ohne entsprechende Schutzmaßnahmen zum Tode der Würmer; ähnlich ist es bei dauerhaften Temperaturen > 30° C.
Das Substrat, in welchem sich Deine Würmer aufhalten, sollte einen pH-Wert bei 7 aufweisen. Verkompostierung von Biomüll führt zu einer langsamen Versauerung des Bodens. Daher ist es sinnvoll ab und ab etwas Kalk hinzu zugeben.

Mit wieviel Arbei muss ich rechnen?

Abhängig ist das natürlich davon, wie viele Kisten oder Außenfarmen Du betreibst. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass für 30 Wurmkisten und eine 6*2-Meter Außenfarm etwa 1,5 Stunden zu investieren sind (Feuchtigkeit des Bodensubstrates prüfen, ab und zu den Boden in den Kisten umgraben, Bioabfall füttern, PH-Wert messen und ab einem Wert von eta 6,5 etwas kalken).

Literatur:

Kloppert, S. (2013): „How to start a profitable worm business on a shoestring budget“. Create Space Verlag

Wurmzucht

Wurmzucht

Die professionelle Nutzung von Regenwürmern und die Produktion von Wurmhumus zur Bodenverbesserung ist keine neue Erfindung.
In den USA wurden bereits in den zwanziger Jahren Würmer „im großen Stil“ zur Fischfütterung gezüchtet. Professionelle Vorgehensweisen zur Wurmhumusproduktion wurden in Deutschland und den USA in den siebziger Jahren entwickelt, Großbritannien folgte einige Jahre später.
In einem Forschungsprojekt großen Umfanges arbeiteten dort beispielsweise von 1981-1985 15 Wissenschaftler (unterstützt durch 35 Mitarbeiter) an Technologien zur Potentialnutzung von Regenwürmern (als Futter bzw. Humusproduzenten). In den letzten 40 Jahren gab es weltweit diverse universitäre Forschungsprojekte bzw. kommerzielle Unternehmen, welche sich mit der Nutzung, Entwicklung und Verwertung von Regenwürmern und deren Reststoffen auseinander setzen, so z.B. in Mexiko, Indien, Kanada, Russland, Hong Kong und China (Edwards 2011).
In Australien werden sogar Wurmkisten an Bürger verschenkt, damit Bürger ihre organischen Abfälle zu Wurmhumus verarbeiten können (Bruksch & Rimpau 2013).

Für die Zucht eignen sich verhältnismäßig wenige Arten. Zu achten ist hierbei auf:

  • Hohe Fortpflanzungsrate
  • Schnelles Wachstum
  • Hohe Boden- und Temperaturtoleranz
  • Hohe Futterverwertung und damit hohe Humusproduktion

Eisenia foetida, Bildquelle:https://en.wikipedia.org/wiki/Eisenia_fetida#/media/File:Redwiggler1.jpg
Eisenia foetidaAls besonders leistungs- und züchtungsfähige Würmer sind insbesondere der Mist- oder Kompostwurm (Eisenia foetida), sein enger Verwandter (Eisenia andrei) (ohne Mikroskop sind die beiden Arten nicht zu unterscheiden) bzw. der Riesenrotwurm (auch „European Nightcrawler“ genannt) (Eisenia hortensis oder auch als Dendrobena Veneta bekannt) einzusetzen (vgl. auch Dominguez & Edwards 2011, Bruksch & Rimpau 2013).
Die Art „Eisenia foetida“ ist deutlich kleiner als „Dendrobena Veneta“ (von Anglern auch „Dendros“) genannt. Da erstgenannte Art bei Gefahr eine übelriechende Substanz absondert, soll diese zum Angeln nicht gut geeignet sein, zur Produktion von Wurmhumus jedoch umsomehr.

Die Zucht der beiden genannten Arten ist kinderleicht.
Neben dieser Homepage lohnen sich für vielfältige Zusatzinformationen insbesondere die beiden folgenden Bücher:
Bruksch, L. & Rimpau, J. (2013): Kompost aus der Kiste. Wurmkisten für den Hausgebrauch selber bauen. Stuttgart.
Kloppert, S. (2013): How to start a profitable worm business on a shoestring budget. Create Space Verlag.

Wurmzuchten können auf unterschiedliche Art und Weise erfolgen:

Literatur:

Bruksch, L. & Rimpau, J. (2013): Kompost aus der Kiste. Wurmkisten für den Hausgebrauch selber bauen. Stuttgart.

Edwards, C.A. (2011): „Introduction, History and Potential of Cermicomposting Technology“ in:
Edwards, C.A., Arancon, N.Q. & Sherman, R. (Herausgeber) 2011. Vermiculture Technology: Earthworms, Organic Wastes and Environmental Management. Boca Raton, S.1-10

Dominguez, J. & Edwards, C.A. (2011): „Biology and Ecology of Earthworm Species Used for Vermicomposting“ in:
Edwards, C.A., Arancon, N.Q. & Sherman, R. (Herausgeber) 2011. Vermiculture Technology: Earthworms, Organic Wastes and Environmental Management. Boca Raton. S. 27-38

Kloppert, S. (2013): „How to start a profitable worm business on a shoestring budget“. Create Space Verlag

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