Regenwürmer kaufen für eine tolle Bodenverbesserung

Regenwürmer kaufen für eine tolle Bodenverbesserung

Das klappt z.B. prima bei „Doktor Kalle“:
http://doktor-kalle.de/umweltschutz/regenwuermer-kaufen-das-geht-ganz-ausgezeichnet-bei-uns/.

Und nicht vergessen: Hier noch einmal der Nutzen, den die Würmer bringen können.

Eine tolle Alternative ist auch die gemeinnützige UG „Umweltschutz und Lebenshilfe“. Das in Kompostwürmer investierte Geld fließt direkt in Natur- und Artenschutzprojekte:
http://www.umweltschutz-und-lebenshilfe.de/regenwuermer-kaufen-natuerlichen-bodenverbesserer-pferdemist-erwerben/
Regenwürmer kaufen oder Futterwürmer kaufen

Vermeidung von Treibhausgasen durch Regenwürmer?

Nachfolgend ein Projektbericht der gUG Umweltschutz und Lebenshilfe:

Ziele:
• Entsorgung von Tiermist und Verhinderung von Nitratanreicherungen im Grundwasser
• Verhinderung der Treibhausgasentwicklung (insbesondere Distickstoffmonoxid sowie Methan) durch schnelle Umwandlung von Tiermist (hauptsächlich Pferdemist) zu Wurmhumus
• Produktion eines natürlichen Düngemittels (Bodenverbesserer)

Motivation und Ausgangslage

Bereits seit Frühjahr 2015 werden von uns unterschiedliche Biomüll-Verwertungsstationen betrieben und kontinuierlich neue Techniken ausprobiert (siehe dazu auch: http://www.noz.de/lokales/melle/artikel/607005/westerhausener-stellt-begehrten-humus-her#gallery&0&0&607005 sowie https://schrotundkorn.de/ernaehrung/lesen/unter-dem-asphalt.html). Mittlerweile liegt der Fokus auf der Wiederverwertung und „Veredelung“ von Tiermist des von uns betriebenen kleinen Gnadenhofes Brödel Melle (http://gnadenhof-melle.de). Hierzu wird mittlerweile auf ca. 30 m² eine Wurmkompostieranlage betrieben.

Sinnvolle Wurmkompostierung

Die Thematik „Wurmzucht“ bzw. „Wurmkompostierung“ ist ein Bereich, welche auch im Jahre 2017 noch oftmals (zu Unrecht) belächelt wird. Dabei genießt dieser Sektor etwa seit den 70er Jahren insbesondere im Bio-/Öko-Landbau eine hohe Beachtung. In der Wissenschaft existieren mittlerweile Publikationen im vierstelligen Bereich zu diesem Thema. Schon Charles Darwin hob den expliziten Nutzen dieser Tiere für einen gesunden Boden hervor.

Abgesiebter Wurmhumus

Abgesiebter Wurmhumus


Bei Graff ist zu lesen:

„Es besteht kein Zweifel, dass man Regenwürmer in vielerlei Weise nutzbringend einsetzen oder verwerten kann und dass sie geeignet sind, nach den Bienen ein weiteres Nutztier unter den Wirbellosen zu werden.“

(Graff 2003, S.4)
Dennoch werden sog. „Vermikulturen“ trotz einer massiven Bodendegradation und hoher Treibhausgase in der Landwirtschaft noch nicht breitenwirksam eingesetzt.

Austritt von Treibhausgasen

Schädliche Treibhausgase entstehen bekanntermaßen durch unterschiedliche Wirtschaftszweige bzw. gesellschaftliche Verhaltensweisen. Ein nicht zu unterschätzender Sektor im Stadt- bzw. Gemeindegebiet von Melle ist der Sektor der Pferdehaltung. Gemäß Meller Kreisblatt vom 16.09.2016 befinden sich im Umkreis von Melle über 40 Reiterhöfe. Wissenschaftlich belegt ist, dass trotz partieller Verwendung in Biogasanlagen, die Entsorgung des anfallenden Pferdemistes oftmals ein Problem darstellt.
„Da die Pferde in der Regel auf spezialisierten Betrieben mit einer geringen Flächenausstattung gehalten werden, stellt die Verwertung des produzierten Mistes häufig ein erhebliches Problem dar. Aufgrund des hohen Anteils an Einstreu ist eine Ausbringung auf Grünland ohne ausreichende Rotte nicht möglich. Bedingt durch den geringen Düngewert des Pferdemistes ist die Verwertung im Pflanzenbau schwierig. Daher ist in vielen pferdehaltenden Betrieben inzwischen ein Verwertungsproblem mit zum Teil erheblichen Entsorgungskosten entstanden. Eine energetische Verwertung des Pferdemistes konnte sich trotz des kontinuierlichen Anfalls, der guten Verfügbarkeit und geringer Kosten bis heute nicht etablieren“ (Mönch-Tegeder 2014, S.2).
Durch eine unsachgemäße Verwertung bzw. Lagerung von Pferdemist (und Tiermist im Allgemeinen) kann es zu einer Überdüngung des Bodens und einer Verunreinigung des Trinkwassers durch Nitrate kommen. Das Trinkwasser in einigen Teilen Melle ist nicht zuletzt durch eine intensive Landwirtschaft beeinträchtigt (siehe Weblink http://www.noz.de/lokales/melle/artikel/722850/hohe-nitratwerte-bis-in-100-meter-tiefe-in-melle). Dieses ist kein typisches „Melleraner Problem“ sondern ist als eine bundesweite Herausforderung landwirtschaftlich geprägter Regionen anzusehen.

Nicht nur die Einsickerung landwirtschaftlicher Reststoffe (Gülle in den Boden) sondern insbesondere der Austritt klimaschädlicher Treibhausgase (Ausgasung von Tiermist) ist hochproblematisch. Zu nennen sind hier insbesondere Distickstoffmonoxid und Methan (vgl. Mönch-Tegeder et al. 2013). Dieser Herausforderung wird teilweise dadurch entgegen getreten, dass Pferdemist in Biogasanlagen anaerob verwertet wird. Aufgrund seiner schlechten diesbezüglichen Nutzbarkeit stellt Pferdemist jedoch nur einen geringen Anteil der dort verwerteten Feststoffe dar (vgl. Mönch-Tegeder 2014). Eine nicht zu vernachlässigende Menge wird daher zunächst in klassischer Form „abgelagert“ und verursacht während des aeroben Verrottungsprozess hohe Mengen der genannten Treibhausgase. Landwirtschaftliche „Nebenprodukte“ machen aktuell etwa 12,5 % der Gesamtheit der Treibhausgas-Emissionen aus. Dabei ist zu betonen: In Tiermist vorkommendes Methan (CH4) trägt aufgrund seiner hohen Wirkung (25-mal so wirksam wie CO2) (Solomon et al. 2007) mit rund 20 % zum anthropogenen Treibhauseffekt bei.
Distickstoffmonoxid (Lachgas) (N2O) ist ein mit Tiermist direkt in Verbindung stehendes Treibhausgas, dessen Treibhauswirksamkeit etwa 298-mal so groß ist wie die von CO2 (Solomon et al. 2007). Im Kyoto-Protokoll wurde 1997 beschlossen, dass insbesondere die Produktion von Methan und Distickstoffmonoxid zu reduzieren ist.
Auch Ammoniak ist als „Problemgas“ zu nennen, welches aus Düngestoffen entweicht.

Gigantische Mengen Tiermist

Gemäß Deutscher Reiterlicher Vereinigung (2016) werden in Deutschland aktuell etwa 1,1 Millionen Pferde und Ponys gehalten. Die Pferdepopulation hat sich in Deutschland in den vergangenen 40 Jahren etwa vervierfacht. Nach Häußermann et al. (2002) ist pro Pferd mit einer Mistmenge zwischen 17 und 21 Tonnen zu rechnen. Dieses bedeutet, dass in Deutschland etwa 20.900.000 Tonnen Pferdemist pro Jahr anfallen.
Das Umweltbundesamt (2017) schreibt: „Die Landwirtschaft in Deutschland trägt maßgeblich zur Emission klimaschädlicher Gase bei. Dafür verantwortlich sind vor allem Methan-Emissionen aus der Tierhaltung, das Ausbringen von Wirtschaftsdünger (Gülle, Festmist) sowie Lachgas-Emissionen aus landwirtschaftlich genutzten Böden als Folge der Stickstoffdüngung (mineralisch und organisch).“
Der Einsatz von Pferdemist als Dünger ist differenziert zu betrachten. Wird dieser gemeinsam mit einer Einstreu (Stroh, Sägespäne) für eine Düngung genutzt, so ist der Nutzen aufgrund des schlechten C/N-Verhältnisses (Gewichtsanteile von Kohlenstoff (C) und Stickstoff (N)) nicht besonders hoch. Wird dagegen „alleiniger“ Pferdemist eingesetzt, so können gute Ergebnisse erzielt werden. Dieses trifft jedoch nur dann zu, wenn dieser hinreichend abgelagert wurde (und in eben dieser Zeit Treibhausgase ausstößt). Ansonsten können Pflanzenwurzeln irreversibel geschädigt werden.
Wissenschaftlich nachgewiesen ist, dass der Großteil des Distickstoffmonoxids (etwa 95%) bei Pferdemist erst nach einer längeren Lagerungszeit entweicht (vgl. dazu He et al. 2001). Romano et al. (2006) weisen auf einen unkontrollierten Austritt von Methan während der Lagerung hin.
Unsere Thesen:

a) Eine schnelle Zersetzung und Verarbeitung von Tiermist (insbesondere Pferdemist) durch Regenwürmer reduziert den Ausstoß klimaschädlicher Treibhausgase und reduziert zudem die Gefahr einer Nitratanreicherung im Grundwasser.
b) Durch eine Verarbeitung von Tiermist durch Regenwürmer lässt sich auf natürliche Art, mit geringen Kosten, ein hervorragender natürlicher Dünger/Bodenverbesserer produzieren (Wurmhumus).

Die Produktion eines Alternativdüngers ist schon deswegen wichtig, weil viele herkömmliche Dünger leicht löslichen Stickstoff oder Phosphate enthalten, welche in das Grundwasser einsickern oder einen Boden „überfüttern“ können. Dieses kann den natürlichen Bodenhaushalt nachhaltig schädigen. Bedenklich sind zudem Torfdünger, da diese nachhaltige Biotope durch den Abbau des Torfes irreversibel zerstören.

Projektaufbau

Der Gnadenhof „Brödel“ in Melle besteht aktuell aus drei gepachteten Flächen mit insgesamt 11.000 m². Hier tummeln sich Ponys, Schafe und Ziegen (und zu Ende 2017 noch diverse Kleintiere wie Hühner, Enten, Kaninchen, Meerschweinchen etc.). Der anfallende Tiermist wird mehrfach innerhalb der Woche zwecks Weidehygiene und Krankheitsvermeidung abgetragen und beträgt pro Monat einen Umfang von etwa 500 Litern Feststoffe. Zwar ist dieses im Vergleich zu klassischen Pferdehöfen marginal, dennoch ist es wichtig das Problem schon „im Kleinen“ anzugehen, um es „ins Große“ transformieren zu können.
Um diesen Tiermist schnell umwandeln zu können haben sich zwei unterschiedliche Mistwurmarten etabliert: Eisenia foetida sowie Eisenia hortensis (auch als Dendrobena Veneta bekannt)
Diese zeichnen sich durch folgende Eigenschaften aus:
• Hohe Fortpflanzungsrate
• Schnelles Wachstum
• Hohe Boden- und Temperaturtoleranz
• Hohe Futterverwertung und damit hohe Humusproduktion

Damit die Wurmarten nicht aufgrund des hohen Ammoniakgehaltes unweigerlich sterben wird der Tiermist (insbesondere der Pferdemist) zunächst etwa 2-3 Wochen abgelagert. Anschließend wird dieser (teilweise zusammen mit Stroh oder Heuresten) auf die Wurmfarm gebracht.
Ein Film zu unserer Wurmfarm findet sich auf
https://www.youtube.com/watch?v=ZDlJDwzpY6Q

Wurmhumus

Die Wurmfarm ist mittlerweile etwa 30 m² groß. Auf einer Höhe von etwa 45 cm werden hier tierische Abfallprodukte, Pflanzenverschnitt, Gemüsereste und auch Zellstoffe ohne Farbaufdrucke (z.B. Pappe) verarbeitet. Zu dem „Reststoffgemisch“ wird zudem ein Anteil Erde hinzugegeben (etwa 40 % der Gesamtmenge). Zum Boden ist die Wurmfarm mit dicken Plastikplanen abgesichert, damit kein Wasser versickert. Für die Tiermistverarbeitung wurden zunächst (März 2017) etwa 10.000 Mistwürmer gekauft (monetärer Wert etwa bei 300 Euro). Zum jetzigen Stand (September 2017) liegt die Anzahl bei (geschätzt) etwa 75.000 Würmern. Diese fressen und verarbeiten den Tiermist, wobei eine Fülle von Klein- und Kleinstorganismen bei der Umarbeitung helfen. Die Verarbeitung funktioniert (je nach Anzahl der Würmer) relativ schnell. Eine „gut geführte“ Wurmfarm ist in der Lage, pro m² bis zu etwa 7000 Würmer „zu beherbergen“. Da unser Projekt noch (!) relativ wenige Verwerter integriert (im Frühjahr 2018 aber dürften es ca. 200.000 Würmer sein) wird der Tiermist aktuell innerhalb von 2-3 Monaten umgewandelt. Es entsteht feinkörniger Wurmhumus, welcher dann von uns manuell abgesiebt wird.

Informationen über Wurmhumus

Mit unterschiedlichen Mistformen sowie Kresse haben wir den klassischen „Kressetest“ durchgeführt.

Kressetest (nach 7 Tagen)

Kressetest (nach 7 Tagen)


Legende:
A= Schafs- und Ziegenmist (1 Monat abgelagert) [keine Wurmverarbeitung]
B= Schafs- und Ziegenmist (3 Monate abgelagert) [keine Wurmverarbeitung]
C= „Normale“ Erde [keine Wurmverarbeitung]
D= Frischer Pferdemist [keine Wurmverarbeitung]
E= Pferdemist (2 Monate abgelagert) [keine Wurmverarbeitung]
F= Pferdemist (6 Monate abgelagert) [keine Wurmverarbeitung]
G = Wurmhumus

Für den Kressetest wurden alle Proben mit der gleichen Menge Wasser befeuchtet. Auch die Anzahl der Kressesamen ist identisch.
Das Ergebnis zeigt, dass Schafs- und Ziegenmist eine geringe Wachstumsförderung bei Kresse bewirkt. Auch „normale Erde“ (nicht durch Düngestoffe angereichert (C)) weist ein unterdurchschnittliches Kresse-Wachstum im Gesamtvergleich auf. Deutlich höher ist dieses bei frischem Pferdemist (D), welcher jedoch aufgrund eines hohen Ammoniakgehaltes in dieser Form nicht für eine Düngung geeignet ist. Etwas geringer ist das Kressewachstum bei 2 Monate abgelagertem Pferdemist (E). Probe F (6 Monate abgelagerter Pferdemist) weist genaue wie D ein sehr üppiges Wachstum auf. Der schnellste Wuchs jedoch ist bei Probe G (Wurmhumus) zu verzeichnen (etwa 1 Zentimeter höher als Schaf-/Ziegenmist).
Auch nach 9 Tagen sind diese Wachstumsunterschiede gut zu erkennen.

Kressetest (nach 9 Tagen)

Kressetest (nach 9 Tagen)

In einem weiteren Versuch wurden 1000 Liter Pferdemist in einem IBC Regenwassertank gelagert (nach oben offen, damit es hineinregnen kann). Nach 4 Monaten hatte sich die Höhe des Mistes durch eine Verrottung um etwa 25% reduziert.
Die gleiche Menge Pferdemist wurde in einem zweiten Regenwassertank gelagert, wobei hier 5000 Mistwürmer und etwa 200 Liter Erde hinzugefügt werden. Trotz des insgesamt höheren Volumens reduzierte sich hier die Stoffhöhe um nahezu 50 %.

Fazit und Ausblick

Feststellung 1: Auf einfache Art und Weise kann aus anfallenden Tiermistsorten mit geringem monetären und zeitlichem Aufwand ein hervorragender Bodenverbesserer geschaffen werden, welcher zudem durch seine Ton-Humus-Kolloide die Auswirkungen von Starkregen reduziert.

Feststellung 2: Das Volumen des Tiermistes reduziert sich signifikant durch den Einsatz von Mistwürmern (im Vergleich zum „Nicht-Einsatz“). Die „Verarbeitung“ findet somit deutlich schneller statt. Es ist zu vermuten, dass ein geringeres Volumen auch gleichbedeutend mit einer geringeren Emission von Treibhausgasen ist. Somit: Vermeidung von Treibhausgasen durch Regenwürmer.

Um dieses wissenschaftlich belegen zu können soll im Jahre 2018 versucht werden, empirische Feldversuche mit der Universität Osnabrück durchzuführen. Das Ziel ist es, genau quantifizieren zu können, wie hoch die Emissionen (z.B. Methan, Distickstoffmonoxid) bei Pferdemist nach unterschiedlichen Zeiträumen mit bzw. ohne Wurmverarbeitung sind.

Unser Ziel ist es zudem, noch deutlich mehr Menschen davon zu überzeugen, dass eine sinnvolle Tiermistverwertung bei sehr geringen Investitionskosten stattfinden kann. Dazu nutzen wir beispielsweise verschiedene Webseiten oder aber veröffentlichen von Zeit zu Zeit Artikel in der Presse. Im Frühjahr 2018 werden wir versuchen, den Wurmhumus günstig zu verkaufen. Dieses soll nicht nur Einnahmen (insbesondere für den Gnadenhof) generieren sondern auch demonstrieren, wie einfach es ist, natürlichen Dünger zu produzieren.

Literatur

Arancon N.Q.; Edwards, C.A. (2005): „Effects of vermicomposts on plant growth“.Paper presented during the International Symposium Workshop on VermiTechnologies for Developing Countries (ISWVT 2005), Los Banos, Philippines November 16-18, 2005

Badauria T.; Saxena K. G. (2010): Role of Earthworms in Soil Fertility Maintenance through the Production of Biogenic Structures. In: Applied and Environmental Soil Science. S. 1-8

Bruksch, L.; Rimpau, J. (2013): Kompost aus der Kiste. Wurmkisten für den Hausgebrauch selber bauen. Stuttgart.

Buch, W. (1986): Der Regenwurm im Garten. Stuttgart

Deutsche Reiterliche Vereinigung (2016): FN aktuell. Offizielle Pressemitteilung der Deutschen Reiterlichen Vereinigung e.V., Mai 2016
Dunger, W. (1964): Tiere im Boden. Wittenberg

Graff; W. (2003): „Regenwürmer“, in: Ökoportrait 35, NVN/BSH, Beilage zu Natur und Kosmos. München. S.1-4

He, Y.; Yuhei, I.; Mizuochi, M.; Kong, H.; Iwami, N.; Sun, T. (2013): “Nitrous Oxide Emissions from Aerated Composting of Organic Waste”Environ. Sci. Technol., 2001, 35 (11), pp 2347–2351

Häußermann, A., Beck, J.; Jungbluth, T. (2002): Litter materials in horse husbandry. Landtechnik 57(1): 50-51

Mönch-Tegeder, M.; Lemmer, A.; Oechsner, H.; Jungbluth, T. (2013):
“Investigation of the methane potential of horse manure“. Agric Eng Int: CIGR Journal, Vol. 15, No.2, 161

Mönch-Tegeder, M. (2014): Untersuchungen zur Verwertbarkeit von Pferdemist im Biogasprozess. Dissertation zur Erlangung des Grades eines Doktors der Agrarwissenschaften (Dr. sc. agr.) vorgelegt der Fakultät Agrarwissenschaften, Universität Hohenheim

Orozco, S.H.; Cegarra, J.; Trujillo, L.M.; Roig, A. (1996) Vermicomposting of coffee pulp using the earthwormEisenia fetida: effects on C and N contents and the availability of nutrients. Biology and Fertility of Soils. 22: 162-166.

Romano, P. V.; Krogmann U.; Westendorf, M. L.; Strom, P.F. (2006). Small-scale composting of horse manure mixed with wood shavings. Compost Science and Utilization, 14(2): 132- 141

Solomon, S.; Qin, D.; Manning, M.; Chen, Z.; Marquis, M.; Averyt, K. B.; Tignor, M.; Miller, H. L. (Hrsg.) (2007): Climate Change 2007: The Physical Science Basis. Contribution of Working Group I to the Fourth Assessment Report of the Intergovernmental Panel on Climate Change., Table 2.14.

Umweltbundesamt 2017:
http://www.umweltbundesamt.de/daten/land-forstwirtschaft/landwirtschaft/beitrag-der-landwirtschaft-zu-den-treibhausgas#textpart-1

Tiermist wird zu wertvollem Bodenverbesserer umgewandelt

Wertvoller Tiermist unserer Gnadenhoftiere wird zu Pflanzendünger verarbeitet – Frei von Chemie!!
Auf dem Gnadenhof Brödel in Melle (Nds.) (http://gnadenhof-melle.de) entsteht aus tierischen Abfällen ein wertvolles Produkt für den Gartenbau.
Und alles ganz natürlich, ohne Einsatz von Chemie 🙂 Geht doch! Ab nächstem Frühjahr (2018) vermutlich auch käuflich zu erwerben. Die Einnahmen werden dann komplett in den Gnadenhof fließen.

WWF-Bericht über den Regenwurm

Ein sehr interessanter Bericht wurde kürzlich vom WWF verfasst.

Der WWF-Bericht über den Regenwurmsteht steht hier bereit. In dem publiziertem Report wird darauf hingewiesen, dass Regenwürmer (wozu auch die Mistwürmer gehören) Ernten verbessern und Hochwasser abschwächen können.
Allerdings sei der Regenwurm stark gefährdet. In Deutschland existieren 46 Arten, von diesen jedoch ist etwa die Hälfte vom Aussterben bedroht.
Bekannterweise gehört Regenwurmkot (sogenannter Wurmhumus) zu den besten Düngeformen überhaupt. Er entsteht klassisch natürlich und fügt sich somit problemfrei in seine (Boden)-Umgebung ein.logo_wurm_12

Hoher Schaden durch die Landwirtschaft

Einmal mehr ist es leider die Landwirtschaft, welche maßgeblich am Rückgang der Regenwurmpopulationen beteiligt ist. Monokulturen, Bodenbearbeitung mit „schweren Maschinen“ oder aber der Einsatz von Gülle-Ammoniak sind schädlich für Regenwürmer.
Während auf Öko-Äckern schon einmal 450 Würmer pro m² gezählt werden, so liegt der Bestand bei konventionellen Böden teilweise nur bei etwa 30 Exemplaren pro m². Dieses führt dazu, dass der Boden schlecht durchlüftet und weniger Wasser aufgenommen wird (Gefahr der Bodenerosion). Zudem wird organisches Material schlechter verarbeitet, was sich wiederum in einer geringen Nährstoffverknappung ausdrückt [was wiederum zu einem erhöhten Düngemittelverbrauch führt].
„Guter Boden“ nimmt schon einmal 150 Liter Wasser pro m² und Stunde auf. „Schlechter Boden“ jedoch kann kaum etwas speichern. Überschwemmungen und Erosion können die Folgen sein.

Das Ziel muss es sein, eine bodenschonende, natürliche Landwirtschaft aufzubauen, humusschonend und nachhaltig. Und im eigenen Garten loslegen…denn dort kannst Du noch etwas verändern.

Wubbjes – Saatgutbällchen mit Wurmhumus

Vielen ist es sicherlich bekannt. Bienen und Hummeln haben es zur Zeit nicht ganz leicht. Pestizide, Monokulturen, Flächenversiegelung. In den letzten Jahren ist es massives Bienensterben zu verzeichnen, aber ohne Bienen keine Bestäubung und ohne Bestäubung keine Nahrung. Stirbt die Biene dann stirbt der Mensch.
Eine schöne Idee wird aktuell vom Projekt http://blumige-landschaften.de verbreitet.
Wubbjes: Samenbällchen mit Wurmhumus. Wir empfehlen den Einsatz dieser Bällchen ab April, um etwas für eine farbenfrohe Arterhaltung beizutragen; und auch der Regenwurm leistet dazu Hilfe.

Wie kann ich Wubbjes herstellen

Du benötigst einen Teil Saatgut (Bienen- oder Hummelmischung) und einen Teil Wurmhumus.
Das ganze wird dann mit Wasser und 5-6 Teilen Teilen Gartenerde gemischt. Anschließend soll das runde Bällchen dann noch mit einer Lehmschicht (etwa 1-2 Zentimeter) umschlossen und getrocknet werden.

Wubbje
Und dann gehts ans Einpflanzen (ab April). Einfach wild in die Erde setzen, auf Grünstreifen, in Stadtbeeten oder auf Brachflächen. Brummende und summende Gäste werden sich freuen, und die Regenwürmer haben auch ihren Beitrag geleistet. Sehr schön 🙂
Das Auge freut sich und der Überraschungsmoment in der Landschaft ist groß. Schaden entsteht keiner – Wunderbar!

Der Link zum Originalartikel
Farbenfroh

Wurmhumus und Permakulturen

Permakultur

Eine Permakultur ist eine landwirtschaftliche Kulturform, welche ein nachhaltiges, naturnahes und dauerhaftes Bewirtschaften in den Vordergrund stellt. Die Gesamtheit der landwirtschaftlichen Systeme wird betrachtet und Diversität, Stabilität und Widerstandsfähigkeit werden unterstützt. Der Begriff Permakultur setzt sitz aus perma(nent) und …kultur zusammen.
Verschiedene ethische Begriffe spielen dabei eine Rolle, wie z.B. ein achtsamer Umgang mit der Erde, ihren Ressourcen und ihren Lebewesen. Auch ein achtsamer (sozialer) Umgang mit den Menschen ist dabei wichtig, genau wie eine Selbstbegrenzung und eine Überschussverteilung.
Permakulturen sind langfristig angelegt, nachfolgenden Generationen sollen die Wert- und Gütestoffe der Erde unbeschadet übergeben werden. Auch Artenvielfalt, genetische Vielfalt sowie ökologische Vielfalt sind zu unterstützen. Der Leitsatz lautet: „Nachhaltige Optimierung statt kurzfristiger Maximierung.“ Kooperation statt Konkurrenz und die Beziehungen zwischen den Elementen (nicht aber die Elemente an sich) stehen im Blickpunkt der Permakulturen.

Wurmhumus

Regenwürmer und die Produktion von Wurmhumus gliedern sich optimal in Permakulturen ein. Durch ihre grabende Tätigkeit sorgen sie dafür, dass Wasser und Luft optimal in das Element Boden eindringen können. Abgestorbenes Pflanzenmaterial kann nachhaltig verwertet werden; nach einer Zersetzung durch Kleintiere (z.B. Milben, Asseln, später Bakterien) stehen diesem dem Regenwurm in ihrer Fülle zur Verfügung. Dieser wiederum produziert Wurmhumus, das bedeutet, durch den Kot des Regenwurmes wird der Boden mit vielen wertvollen Nähr- und Mineralstoffen angereichert. Wurmhumus beschleunigt die Keimung und Widerstandsfähigkeit von Jungpflanzen. Darüber hinaus wird ein eventueller Schädlingsdruck massiv reduziert. Nematoden und Pilzkrankheiten werden vermindert, die Pfalnzen wachsen „ungestörter“. Durch seine Fähigkeit Wasser aufzunehmen sorgt er dafür, dass – einem Schwamm gleich – es auf den betroffenen Bodenschichten nicht zu Überschwemmungen kommt, bzw. möglichst viel Wasser gebunden wird. Regenwurmhumus enthält verschiedene Enzyme, welche dafür sorgen, dass organische Masse im Boden „verwertbar“ wird und stellt zudem einen optimalen Torfersatz für Gartenerden dar. Wurmhumus ist ein fester Bestandteil von Permakulturen beziehungsweise sollte es unbedingt werden, da der die Prinzipien dieser Landwirtschaftsbewegung wie kaum ein anderer Stoff unterstützt.

Der „Wurmverein“ und seine Beiträge zur Bodenverbesserung

An dieser Stelle soll ein Gastbeitrag (an einigen Positionen angepasst) des Vereins zur Förderung vermitativer Abfallverwertung und Humusproduktion e.V. („Wurmverein“) veröffentlicht werden.

Einleitung

Die Vorzüge des größten wirbellosen Bodenbewohners, dem Regenwurm, sind jedem Gärtner wohl bekannt.
Als tüchtiger Verwalter des Erdbodens erfüllt er außerordentlich wichtige Aufgaben für die Erhaltung des Lebens auf unserer Erde.
Würmer bereiten den Boden in einer ausgezeichneten Weise für das Wachstum der Pflanzen und für Sämlinge aller Art vor. Sie mischen das Ganze durcheinander, gleich einem Gärtner, welcher feine Erde für seine ausgesuchten Pflanzen zubereitet.“ (Charles Darwin)

Etwa seit 1949 wird in Deutschland der Einsatz von Würmern für die Kompostierung propagiert. Das wachsende Müllbergproblem war und ist akut, den Entsorgungsweg der Bioabfälle über die sog. „Speckitonne“ gab es nicht mehr. Dies war einer der Gründe, dass 1990 einige Wurmzüchter auf die Idee
kamen, eine Kommune mittels Wurmfraß von organischen Abfällen zu entsorgen. Es wurden Recherchen über evtl. existierende „Wurmabfallverwertungsanlagen“ mit dem Ergebnis durchgeführt, dass der Versuch zum Betreiben solcher Anlagen mehrfach unternommen, aber nie realisiert wurde.
Unter dem Motto: „Hast Du Würmer, bist Du nicht allein!“ gründeten am 23.08.1991 mehrere Wurmzüchter o.g. Verein. Sitz des Vereins wurde die Stadt Tambach-Dietharz, wo er sich heute noch befindet. Der Verein hat z.Zt. 20 Mitglieder und wurde zur Verwirklichung nachstehender Ziele gegründet:

  • kommunal anfallenden Biomüll in einer Wurmzuchtanlage zu verwerten
  • Beratung entsorgungspflichtiger Körperschaften zur Verwertung organischer Rest- u. Abfallstoffe
  • Betreuung von Wurmzüchtern und Humusproduzenten im Rahmen der Vereinsmitgliedschaft.
  • Popularisierung der vermitativen Abfallverwertung
  • Realisierung von weiteren vermitativen Abfallverwertungsanlagen.
  • Beschäftigung schwervermittelbarer Arbeitnehmer

Praktische Umsetzung

Mit der Idee, eine Kommune mit Hilfe von Würmern (vermitativ) von organischen Abfällen zu befreien, besuchten Wurmzüchter bereits seit 1990, über ein Jahr mehrere Umweltämter in Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt. Die von den Wurmzüchtern vorgeschlagene Abfallverwertung fand allerorts reges Interesse, eine Unterstützung wurde aber nicht zugesagt. Der Grund, eine derartige funktionstüchtige Anlage existierte nirgends. Es waren sich alle einig, eine funktionstüchtige Anlage musste her.
Auf Grund der bis dato gewonnenen Erkenntnisse und der Tatsache, dass in der Bundesrepublik keine bekannte Anlage dieser Art vorhanden war, beschlossen wir Wurmzüchter die Gründung des o.g. Vereins. Nachdem bereits Konzepte, sowie einige praktische Erfahrungen bei der Entsorgung von Biomüll im kleinen Umfang vorlagen und der Verein bei mehreren Beratungen Rede und Antwort stand, wurde Mitte März 1992 mit den Vorbereitungen für den Beginn der vermitativen Abfallverwertung der Stadt Tambach-Dietharz, in Zusammenarbeit mit der Stadt und Unterstützung des Landratsamtes Gotha begonnen.
Der Verein legte ein Konzept hinsichtlich Errichtung einer Pilotanlage zur schrittweise, kommunalen Bioabfallverwertung mittels Würmern vor. Dieses Konzept wurde am 06.05.92 von dem damaligen Thüringer Umweltminister Herrn Dr. Sieckmann, während eines Besuches in Tambach-Dietharz, sowie vom Umweltamt des LRA Gotha abgesegnet.
Der 04. Juni 1992 war ein historisches Datum im Vereinsleben. Mit einer „Belegschaft“ von ca. 250.000 Exemplaren von Humuswürmern ging in Tambach-Dietharz die Pilotanlage für vermitative Abfallverwertung in Betrieb. Es wurden Boxen mit einer Fläche von 9 m x 2 m auf einer Betonfläche errichtet und mit Wurmsubstrat besetzt. Die eingebrachten Würmer stammten von Züchtern an der Ostsee, aus dem Zittauer Raum bis hin zu
Baden-Württemberg und Hessen.
Diese Anlage war die Erste in Deutschland, die von einer Gebietskörperschaft gestützt und mit Mitteln der Bundesanstalt für Arbeit im Rahmen des Förderprogramms Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen finanziert wird, wenn gleich auch zeitlich begrenzt.

Auswirkungen

Durch ehrenamtliche Arbeit einiger Vereinsmitglieder (ca. 600 h/a) und mit tatkräftiger Unterstützung territorialer Verantwortungsträger, sowie regem Interesse der Bürger wird bis zum heutigen Tage mit dieser Anlage folgendes demonstriert:

  • die kontinuierliche Entsorgung der Biotonne u. individuellen Biomaterialanlieferung mittels Wurmfraß
  • die Umwandlung von organischen Abfällen, mittels Würmern, in pflanzenverfügbare Nährstoffe und somit in ein hochwertiges Endprodukt ist auch in größerem Maßstab möglich
  • hohe Anteile von Spurenelementen in dem Endprodukt Wurmhumus, die dem Pflanzenwachstum dienlich sind (wurde durch mehrere Laboratorien bestätigt)
  • die ganzjährige biologische Aufarbeitung von organischen Rest- u. Abfallstoffen
  • der Arbeitsablauf und Arbeitsaufwand bei der vermitativen Abfallverwertung
  • die technischen und baulichen Anforderung für diese Art der Abfallverwertung
  • die Auswirkungen dieser biologischen Umwandlung und Produktion auf die Umwelt
  • die Inhaltsstoffe und die Verwendungsmöglichkeiten des erzeugten Wurmhumus

An dieser Stelle sei erwähnt, dass es in den 24 Jahren, indem das in der Anlage entstehende Produkt BIOVERM verkauft wird, noch keine Reklamation
gab. Die Abfallverwertungsanlage wird gegenwärtig nur von den Vereinsmitgliedern betreut. Die notwendigen finanziellen Aufwendungen (Aufwandsentschädigung, Technik, Arbeitsmaterialien usw.) werden durch Mitgliedsbeiträge, Humus- und Wurmverkauf sowie ab und an durch einige Spenden getätigt.
Durch Unterstützung ansässiger Firmen, Privatpersonen, dem Einsatz von selbstentwickelter Technik sowie Erweiterung der Verarbeitungsfläche auf 410 m2 können wir auf eine Steigerung der Bioabfallverwertung von 170 Liter Abfall pro Woche 1992 auf gegenwärtig ca. 7500 Litern verweisen. Diese Menge stellt z.Z. den Gesamtdurchschnitt der Bioabfälle in der Stadt Tambach-Dietharz dar, die nicht von den Bürgern selbst kompostiert werden. Daraus folgt, dass sich die Stadt gegenwärtig mit Hilfe des Vereins hundertprozentig selbst entsorgt.

Einige Aktivitäten & Höhepunkte:

  • 1993 wurden Versuche mit Klärschlamm durchgeführt. Im Ergebnis konnte festgestellt werden, dass
    nach der vermitativen Verarbeitung die vorhandenen Schadstoffe auf ein Minimum reduziert wurden.
    Aus finanziellen Gründen konnten diese Versuche nicht weiter geführt werden.
  • Am 17.09.93 fand eine Beratung mit Privatwaldbesitzern statt. Gegenstand war das Patent des Vereinsmitgliedes
    Dr. Peter Wilde vom 23.05.87 zur Waldbodenheilung unter Verwendung von Wurmhumus.
    Der Vorschlag fand reges Interesse aber keine finanzielle Unterstützung.
  • Regelmäßige Durchführung von Tagen der offenen Tür
  • Unterstützung von interessierten Bürgern bei der Einrichtung von „Wurmkompostierungsanlagen“ im
    Kleingartenstil
  • Veröffentlichungen in der Presse zur Problematik Abfallverwertung mit Würmern
  • 1998 erhielt der Verein den Umweltpreis des Landkreises Gotha
  • Im Juli 2001 Auftritt im MDR „Mittags um 12“
  • Versuche zum Nachweis der biologischen Verbesserung des Waldbodens
  • Präsenz bei der Landesgartenausstellung 2004 in Zeitz, sowie bei Gärtnertagen in Gera und Erfurt und
    auf mehreren „grünen Märkten“ im Raum Thüringen
  • Im August 2005 wurde auf der Anlage in Tambach-Dietharz ein Fernsehbeitrag für die Sendung
    „MDR Garten“ gedreht
  • Verkaufsstand auf der Bundesgartenausstellung 2007 in Ronneburg
  • Am 11. August 2009 wurde im „Thüringen Journal“ ein vorher gedrehter Beitrag gesendet
  • Anfang 2010 wurde ein Versuch im Rahmen des Biologieunterrichtes mit der Regelschule Tambach-
    Dietharz unter Anregung von Christof Biemann (Redakteur der Sendung mit der Maus) gefahren, der
    am 18.04.2010 gesendet wurde
  • Im Juli 2010 wurde ein Fernsehbeitrag für die Sendung MDR „Hier ab Vier“ gedreht, der auch kurz
    darauf gesendet wurde
  • Interview Landeswelle im September 2010
  • 2015 Vorträge auf der Landesgartenschau in Schmalkalden und Ölsnitz

Weitere Informationen: http://www.wurmverein.de/

Bodenzerstörung ein ernstzunehmendes, globales Problem

Nach einem am 15.9. veröffentlichtem Bericht der Vereinten Nationen werden insbesondere durch intensive Landwirtschaft nach wie vor eine gigantische Fläche ökologisch wertvoller Flächen zerstört. Der montäre Verlust wird innerhalb der Studie auf einen Wert zwischen 5,6 und 9,4 Billionen Euro im Jahr beziffert, Bodenzerstörung stellt damit ein gravierendes globales Problem dar.
Der jährliche Verlust beträfgt etwa 15 % des weltweiten Bruttosozialproduktes.
Die Entwertung des Bodens wird in den nächsten Jahren dazu führen, dass weitere große Flüchtlingsströme provoziert werden. Provoziert durch Bodenentwertung und Bodendegradation.
Insbesondere durch Überdüngung und Überweidung findet eine enorme Bodenzerstörung statt. Die Studie deutet klar darauf hin, dass sich nachhaltige Bodenbearbeitung volkswirtschaftlich lohnt.

Auch Deutschland stellt in diesem Kontext keine Ausnahme dar. Aktuell werden täglich Bodenflächen in der Größe von etwa 100 Fußballfeldern überbaut. Ein Viertel der Ackerflächen sei zudem von Boden-Erosion betroffen.

Schaffung von Ton-Humus-Komplexen im Boden

Nach Auffassung des Autors dieser Seite wäre es wünschenswert für stabilere Bodenformen zu sorgen, beispielsweise durch die Schaffung von Ton-Humus-Komplexen.
Ton Humus Komplexe

Diese werden insbesondere durch ein sehr aktives Bodenleben geschaffen, beispielsweise durch die Verarbeitung organischer Substanz durch Regenwürmer und Mirkoorganismen.
Ein Ton-Humus-Komplex stellt das Verhältnis von Tonmineralien und Huminstoffen dar. Die Tonminerale und auch die Humusteilchen (Huminsäurereste) sind elektrisch negativ geladen. Daran lagern sich somit z.B. positiv geladene Nährsalzionen (+) oder Säuren (H+) an. Nähstoffe werden also nicht durch Regengüsse einfach in tieferen Schichten ausgewaschen sondern werden zu gegebener Zeit von den Pflanzen durch einen Ionenaustausch aufgenommen.
Auch Wasser wird durch seine elektrischen Eigenschaften an diese Komplexe gebunden. Die stabilen Krümelaggregate sorgen zudem dafür, dass der Boden sehr aufgelockert wirkt und einen guten „Zusammenhalt“ hat, also nicht einfach durch Wind oder Regen eine Bodenerrosion stattfindet.
Durch die Verarbeitung organischer Substand z.B. durch Millionen von Regenwürmern findet zudem eine hohe Bodenverbesserung statt, je nach Ausgangsmaterial („Futter“) werden zudem Düngerqualitäten erreicht.

Weitere Informationen finden sich auch hier.

Wichtig ist es also auf Feldern/in Gärten für günstige Lebensbedingungen von Klein- und Kleinstorganismen zu sorgen, dieses bedeutet:

  • Kein Einsatz chemischen Düngers
  • Überlassung einer großen Menge organischer Reststoffe als „Futter“ auf den Feldern/im Garten
  • „Aussat“ von Regenwurmkokons

Die Aussaat von Regenwurmkokons ist dabei durchaus ernst gemeint. Bekannt ist, dass mittlerweile verschiedene natürlich orientiere Gartenbaufirmen im Frühling eine große Menge an Wurmkokons in ihre Felder und Gewächshäuser einstreuen. So setzt beispielsweise die Westhof Bio Unternehmensgruppe „Regenwurmeier“ zur Bodenverbesserung ein…

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