Fragen zur Wurmzucht

Häufige Fragen zur Wurmzucht und Bodenverbesserung durch Wurmhumus

Was fressen die Würmer denn so?


Als besonders gutes Wurmfutter eignen sich:

  • Teebeutel
  • Kaffeeprütt
  • Bananenschalen, gemalene Eierschalen
  • Paprika (nicht zu scharf), Erdbeeren, Erdbeerverschnitt
  • Brotreste
  • Ab und zu etwas Kalk (durch die Verrottung des Materials wird der Boden ansonsten sauer), ggf. etwas Mineraldünger
  • Kohlenstoffhaltiges Material (Zeitungspapier (ohne Farbstoffe), Pappe, Klorollen)
  • Pferde-, Kuh- , Schaf-, Ziegen- oder Kaninchenmist

Absolut tabu sind:

  • Säurehaltiges Futter wie Zitrusfrüchte
  • Knoblauch
  • Scharfe und stark gesalzene Essensreste
  • Geflügelmist (zu sauer)

Du wirst unter Umständen feststellen, dass Deine Würmer deutlich mehr fressen, als Du an Biomüll produzierst. Frage Freunde oder Bekannte oder ein Restaurant in Deiner Nähe. Auch andere freuen sich, wenn sie mit ihrem Biomüll „Gutes tun“ können.

Wie kann ich mit Wurmhumus meinen Boden verbessern?

Wenn der fertige Humus geernte wurde, dann streust Du ihn in einigen Zentimeter-Dicke auf den aufzuwertenden Bodens ein. Du solltest darauf achten, dass der Anteil des Wurmhumus am Gesamtboden in der relevanten Bodenschicht bei 10 – 20 % (keinesfalls höher) liegt.

Filme

Wurmfarm im Außengelände zur Humusproduktion

Wurmfarm im Außengelände

Wurmkiste zur Humusproduktion

Wurmkiste

Automatisierte Ernte von Wurmhumus

Wurmkiste

Funktion und Nutzen einer Wurmkiste/-komposter bzw. Wurmfarm:

Wurmkiste und Wurmhumus

Ehrenamtlich erstellt von: Ingo Wilkenshoff und http://losangeles-media.com

Ist eine Wurmzucht teuer?

Im Prinzip nicht, allerdings kommt es drauf an, was Du vorhast…
Prinzipiell kannst Du Würmer natürlich immer auch selber sammeln (z.B. innerhalb eines Misthaufens oder aber während eines Regens die Seite eines Pappkartons auf den Boden legen, Du wirst überrascht sein, was sich mit der Zeit darunter so alles ansammelt…).
Aufgrund der Planbarkeit empfehle ich jedoch einen Kauf.

  • Ein Kilo ausgewachsene „Dendrobena Veneta (ca. 600-650 Stück) kosten in der Regel 30-35 Euro (reicht in etwa für einen Wurmkomposter oder zwei Wurmkisten)
  • 1000 Stück „Eisenia foetida“ liegen in etwa bei 25 Euro (reicht in etwa für einen Wurmkomposter oder zwei Wurmkisten)
  • 1000 Regenwurmkokons kosten etwa 15 Euo
  • Eine Kunststoff-Kiste (Wurmkiste) liegt in den Maßen 40 cm * 30 cm * 25 cm Höhe bei etwa 5-6 Euro
  • Extra angefertigte Wurmkomposter für den Innenbereich liegen etwa zwischen 70 – 180 Euro
  • Für das Anlegen einer Wurmfarm (Außenbereich) wie hier beschrieben fallen bei einer Länge von 6 * 2 Metern etwa 300 Euro Materialkosten an (Draht, Holz, Schrauben). Zu empfehlen ist zusätzlich eine Investition von 35 Euro Würmer für 2 m² (oder 1000 Kokons) [und dann auf die Fortpflanzung warten]

Brauche ich viel Platz?

Nein. Du benötigst nicht mal einen Garten. Auf dieser Seite finden sich Informationen über eine hygienische Wurmzucht in den eigenen vier Wänden.
Prinzipiell kann Dir ein Garten natürlich die Möglichkeit geben, eine „Wurmzucht im Freigehege“ zu betreiben. Ein Schuppen oder eine Garage stellen eine gute Basis dar, um z.B. verschiedene Wurmkisten zu platzieren.

Wieviel fressen denn Würmer am Tag und wie lange dauert es, bis Wurmhumus entsteht?

Der Mist- oder Kompostwurm (Eisenia foetida), sein enger Verwandter Eisenia andrei bzw. der Riesenrotwurm (auch „European Nightcrawler“ genannt) (Eisenia hortensis oder auch als Dendrobena Veneta bekannt) können unter günstigen Lebensbedingungen pro Tag etwa die Menge ihres Körpergewichtes zu Wurmhumus umwandeln. (also bis zu etwa einem Gramm). Da die Würmer in der Regel natürlich eine unterschiedliche Größe und Gewicht aufweisen solltest Du von folgender Faustregel ausgehen: 500 Gramm Würmer (etwa 1000 Stück „Eisenia foetida“) fressen ca. 100 g Abfall pro Tag, das entspricht (grob geschätzt) etwa 90 Gramm Wurmhumus/Tag. Anders formuliert: 1000 Würmer sind in der Lage im Jahr etwa 30 Kilogramm Wurmhumus zu produzieren.

Wie schnell vermehren sich die Zucht-Würmer?

Würmer passen sich in ihrer Population dem Futterangebot an. Wenn Du „zu wenig“ fütterst, dann sinkt die Population mit der Zeit, eine Vermehrung ist erst bei einem größeren Futter-Angebot zu erwarten.
Würmer legen kleine zitronenförmige Kokons ab (durchschnittlich etwa zwei bis drei im Monat). In der Regel ist ca. mit 3 überlebenden Würmern pro Kokon zu rechnen, welche nach etwa 4 Wochen schlüpfen. Ein geschlüpfter Wurm benötigt etwa 2,5 Monate bis er ausgewachsen ist. Unter günstigen Bedingungen verdoppelt sich die Wurmpopulation etwa alle 2-3 Monate (Kloppert 2013).

Wie sehen günstige Lebensbedingungen für Würmer aus?

Die Temperatur sollte zwischen 15 und 25° aufweisen. Dauerhafte Temperaturen unter 0° C führen ohne entsprechende Schutzmaßnahmen zum Tode der Würmer; ähnlich ist es bei dauerhaften Temperaturen > 30° C.
Das Substrat, in welchem sich Deine Würmer aufhalten, sollte einen pH-Wert bei 7 aufweisen. Verkompostierung von Biomüll führt zu einer langsamen Versauerung des Bodens. Daher ist es sinnvoll ab und ab etwas Kalk hinzu zugeben.

Mit wieviel Arbei muss ich rechnen?

Abhängig ist das natürlich davon, wie viele Kisten oder Außenfarmen Du betreibst. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass für 30 Wurmkisten und eine 6*2-Meter Außenfarm etwa 1,5 Stunden zu investieren sind (Feuchtigkeit des Bodensubstrates prüfen, ab und zu den Boden in den Kisten umgraben, Bioabfall füttern, PH-Wert messen und ab einem Wert von eta 6,5 etwas kalken).

Literatur:

Kloppert, S. (2013): „How to start a profitable worm business on a shoestring budget“. Create Space Verlag

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